
Rosi
28. Februar 2026

Rosi
28. Februar 2026
Sauerteigbrot selber backen: Einfaches Rezept für knuspriges Brot
Der Duft von frisch gebackenem Brot in der eigenen Küche – warm, aromatisch und mit dieser unvergleichlichen Note, die nur ein selbst gebackenes Sauerteigbrot haben kann. Dieser Guide hilft dir dabei, dein erstes Sauerteigbrot zu backen, auch ohne Vorkenntnisse. Die aktive Arbeitszeit beträgt nur etwa 30 bis 45 Minuten, verteilt auf zwei Tage. Die Ruhezeiten von 8 bis 12 Stunden laufen nebenbei.
Sauerteig-Grundlagen: Was du wissen solltest
Bevor es losgeht, ist es wichtig zu verstehen, was Sauerteig eigentlich ist und warum er so besonders funktioniert.
Was ist Sauerteig?
Sauerteig ist eine lebende Kultur aus Mehl, Wasser, wilden Hefen und Milchsäurebakterien. Diese Mikroorganismen leben in Symbiose und sorgen dafür, dass der Teig aufgeht und sein charakteristisches Aroma entwickelt – ganz ohne Zusätze aus dem Supermarkt.
Wie funktioniert Sauerteig?
Die wilden Hefen verstoffwechseln die Kohlenhydrate aus dem Mehl und produzieren dabei Kohlendioxid, das den Teig aufgehen lässt. Gleichzeitig bilden Milchsäurebakterien Säuren, die für den typisch säuerlichen Geschmack und die lange Haltbarkeit sorgen. Dieser Fermentationsprozess braucht Zeit.
Aktiver vs. inaktiver Sauerteig
Ein aktiver Sauerteig wurde kürzlich gefüttert, ist voller Blasen und hat Triebkraft. Ein inaktiver Sauerteig ruht im Kühlschrank. Vor dem Backen muss der Starter immer aufgefrischt werden, damit er genug Power für das Brot hat.
Unterschied zu Hefeteig
Während industrielle Backhefe in 1 bis 2 Stunden einen Teig hochtreiben kann, braucht Sauerteig deutlich länger. Dafür entwickelt er einen komplexeren Geschmack, bessere Verdaulichkeit und das Brot bleibt mehrere Tage frisch.
Was macht Sauerteigbrot so besonders?
Jetzt fragst du dich vielleicht: Warum sollte ich mir die Mühe machen, wenn ich auch einfach ein Hefebrot backen kann? Im Folgenden findest du ein paar gute Gründe:
Sauerteig ansetzen: Sauerteig-Starter selber machen für Anfänger
Bevor du dein erstes Sauerteigbrot backen kannst, brauchst du einen aktiven Sauerteig-Starter. Das Züchten deines eigenen Starters dauert 5 bis 7 Tage.
Zubehör:
Zutaten:
Anleitung:
- 1
Tag 1: Der Start
50 g Mehl mit 50 g lauwarmem Wasser vermischen. Die Konsistenz sollte einem dickflüssigen Pfannkuchenteig ähneln. Das Glas locker mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort (20 bis 25°C) stehen lassen. - 2
Tag 2: Erste Fütterung
50 g der Mischung entsorgen, wieder 50 g Mehl und 50 g Wasser hinzufügen. Gut verrühren und wieder abdecken. - 3
Tag 3 bis 5: Tägliches Füttern
Jeden Tag den gleichen Prozess wiederholen. Ab Tag 3 sollten deutliche Zeichen der Aktivität sichtbar sein: Blasen, ein säuerlicher Geruch und ein leichter Volumenanstieg nach der Fütterung. - 4
Ab Tag 5 bis 7: Starter ist bereit
Der Starter verdoppelt sein Volumen innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach der Fütterung, ist voller Blasen und riecht fruchtig-säuerlich.
Starter-Pflege: So bleibt dein Sauerteig gesund
Sauerteigbrot selber backen: Einfaches Sauerteigbrot Rezept
Hier kommt dein erstes Sauerteigbrot-Rezept. Es ist bewusst einfach gehalten, damit du ein Gefühl für die Abläufe bekommst. Mit der Zeit kannst du dann experimentieren und deine eigenen Variationen entwickeln.
Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
Backzeit: 45 bis 50 Minuten
Ruhezeiten: 8 bis 12 Stunden (größtenteils über Nacht)
Ergibt: 1 Laib (ca. 700 – 800g)
Zubehör:
Zutaten:
Wichtige Hinweise:
Anleitung:
- 1
Schritt 1: Sauerteig-Starter vorbereiten
Am Abend vor dem Backen fütterst du deinen Sauerteig ein letztes Mal. Verwende das Verhältnis 1:1:1 – also zum Beispiel 50g Starter + 50g Mehl + 50g Wasser. Gut verrühren und bei Raumtemperatur stehen lassen.
Nach 4 bis 6 Stunden sollte dein Starter aktiv sein: voller Blasen, deutlich gewachsen (etwa verdoppeltes Volumen), und beim Schwimmtest schwimmt ein Löffel davon in Wasser. Erst dann ist er bereit fürs Backen.
Tipp: Wenn dein Sauerteig nicht richtig aktiv wird, lass ihn einfach noch 1 bis 2 Stunden länger stehen. Die Raumtemperatur macht einen großen Unterschied – bei 20 °C dauert es länger als bei 25 °C.
- 2
Schritt 2: Teig herstellen (Autolyse-Phase)
Vermische 500 g Mehl mit 350 ml lauwarmem Wasser in einer großen Schüssel. Rühre nur so lange, bis keine trockenen Mehlreste mehr zu sehen sind. Der Teig sieht noch sehr unordentlich aus, das ist völlig normal.
Decke die Schüssel ab und lass den Teig 30 bis 60 Minuten ruhen. Diese Phase nennt sich “Autolyse“ und hat einen wichtigen Zweck: Das Mehl kann Wasser aufnehmen, Gluten beginnt sich zu bilden und das spätere Kneten wird deutlich einfacher.
Nach der Autolyse fügst du 150 bis 200 g aktiven Sauerteig-Starter und 10 bis 15 g Salz hinzu. Vermische alles mit den Händen oder einem Teigschaber, bis ein homogener Teig entsteht – er wird noch recht feucht und klebrig sein.
- 3
Schritt 3: Teig kneten, stretchen & falten
Jetzt kommt der aktive Teil. Du kannst den Teig entweder mit der Küchenmaschine etwa 10 Minuten kneten lassen (langsame Stufe) oder du wendest die Stretch & Fold Technik an.
Befeuchte deine Hände leicht, greife eine Seite des Teigs, ziehe sie nach oben und falte sie zur gegenüberliegenden Seite. Drehe die Schüssel um 90 Grad und wiederhole das Ganze. Mach das 4 Mal (von allen vier „Seiten“ des Teigs). Das war eine Runde.
Wiederhole diesen Vorgang alle 30 Minuten für insgesamt 2 bis 3 Stunden (also 4 bis 6 Runden). Du wirst merken, wie der Teig mit jeder Runde geschmeidiger, glatter und elastischer wird: Die Glutenstruktur baut sich auf.
Nach den letzten Stretch & Folds sollte dein Teig so weit entwickelt sein, dass du ein kleines Stück ganz dünn ausziehen kannst, ohne dass es reißt. Du solltest durch den Teig hindurchschauen können wie durch ein Fenster.
- 4
Schritt 4: Die erste Ruhezeit – Stockgare bei Raumtemperatur
Decke die Schüssel mit einem feuchten Geschirrtuch oder Frischhaltefolie ab und lass den Teig bei Raumtemperatur 4 bis 6 Stunden ruhen, je nach Raumtemperatur und Aktivität deines Sauerteigs.
Der Teig sollte sich um etwa 50 bis 75 % vergrößern. Er ist deutlich luftiger geworden und zeigt Blasen an der Oberfläche. Der Fingertest hilft: Drücke mit einem bemehlten Finger leicht in den Teig. Wenn sich die Delle langsam zurückfüllt, ist der Teig bereit.
- 5
Schritt 5: Teig formen & in Gärkörbchen geben
Nimm den Teig vorsichtig aus der Schüssel. Bestäube deine Arbeitsfläche leicht mit Mehl.
Jetzt formst du den Teig zu einem straffen Laib: Ziehe den Teig von allen Seiten zur Mitte hin und forme ihn zu einer Kugel. Drehe ihn um, sodass der „Schluss“ (die Naht) unten ist. Mit beiden Händen schiebst du den Teig leicht über die Arbeitsfläche, um Oberflächenspannung aufzubauen.
Bemehle dein Gärkörbchen großzügig mit Reis- oder Roggenmehl (das klebt weniger als Weizenmehl) und lege den Teig mit dem Schluss nach oben hinein. Wenn du kein Gärkörbchen hast: Eine Schüssel mit einem stark bemehlten Geschirrtuch funktioniert auch.
- 6
Schritt 6: Die zweite Ruhezeit – Stückgare im Kühlschrank
Decke das Gärkörbchen mit einem Geschirrtuch ab und stelle es für 8 bis 12 Stunden (am besten über Nacht) in den Kühlschrank. Die kalte Fermentation entwickelt intensiveres Aroma und der Teig lässt sich besser einschneiden.
Alternative: Wenn du noch am selben Tag backen möchtest und keine Zeit für die Kühlschrank-Gare hast, kannst du den Teig stattdessen auch 2 bis 3 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen und dann direkt backen. Das Ergebnis ist gut, aber geschmacklich nicht ganz so komplex.
- 7
Schritt 7: Brot backen – So wird die Kruste perfekt
Stelle deinen Gusseisentopf mit Deckel in den Ofen und heize auf 250 °C Ober-/Unterhitze vor. Gib dem Ofen mindestens 30 Minuten zum Aufheizen – ein richtig heißer Topf ist das Geheimnis einer perfekten Kruste!
Hole den Teig aus dem Kühlschrank. Lege ein Stück Backpapier auf die Arbeitsfläche und stürze den Teig vorsichtig darauf (jetzt ist der Schluss unten und die glatte Seite oben).
Mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge schneidest du den Teig etwa 1 cm tief ein. Du kannst ein einfaches Kreuz, einen Längsschnitt oder ein kreatives Muster machen. Das Einschneiden ist nicht nur optisch schön, sondern gibt dem Teig auch eine Sollbruchstelle, an der er beim Backen kontrolliert aufplatzen kann.
Backen – Phase 1: Nimm den heißen Topf vorsichtig aus dem Ofen (Topflappen!). Hebe das Brot am Backpapier in den Topf, setze den Deckel auf und schiebe den Topf zurück in den Ofen. Backe 20 bis 25 Minuten bei 250 °C mit Deckel: Der Deckel sorgt für Dampf, der die Kruste schön aufgehen lässt und verhindert, dass sie zu früh hart wird.
Backen – Phase 2: Nimm den Deckel ab und reduziere die Temperatur auf 220 bis 230 °C. Backe weitere 20 bis 25 Minuten ohne Deckel, bis das Brot eine schöne goldbraune bis dunkelbraune Kruste hat.
- 8
Schritt 8: Fertigkeitstest
Klopfe mit dem Fingerknöchel auf die Unterseite des Brotes. Klingt es hohl, ist es fertig. Wenn nicht, gib ihm noch 5 Minuten.
- 9
Schritt 9: Auskühlen lassen
Lege es auf ein Kuchengitter und warte mindestens 1 bis 2 Stunden, besser noch 3 bis 4 Stunden. Wenn du das Brot zu früh anschneidest, ist die Krume innen noch klebrig und matschig. Der Backprozess läuft nämlich auch nach dem Herausholen noch weiter.
Häufige Fehler beim Sauerteigbrot backen vermeiden
Auch wenn Sauerteigbrot backen nicht schwer ist, gibt es ein paar klassische Stolperfallen. Hier sind die häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest:
Tipps für das perfekte Sauerteigbrot
Mit der Zeit entwickelt sich ein Gefühl für den Teig und die Abläufe. Diese bewährten Tipps unterstützen dabei, das Sauerteigbrot kontinuierlich zu verbessern:
Kreative Brotvariationen: Sauerteigbrot individuell gestalten
Wenn du das Grundrezept ein paar Mal gebacken hast und dich sicher fühlst, wird’s Zeit für Experimente. Hier sind ein paar Ideen für Variationen:
Experimentiere mit verschiedenen Mehlsorten
Wenn du den Dreh raus hast, probiere verschiedene Mehlkombinationen. 80 % Weizen + 20 % Roggen gibt eine schöne rustikale Note. Dinkel schmeckt nussiger. Vollkorn bringt mehr Ballaststoffe und Geschmack (braucht aber auch mehr Wasser).
Krustenbrot mit Körnern
Röste 100 g Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Sesam leicht in der Pfanne an. Knete sie nach der Autolyse-Phase in den Teig ein. Die Körner geben zusätzlichen Biss und machen das Brot noch sättigender. Tipp: Wälze den geformten Teig vor dem Gärkörbchen in Körnern, dann bekommst du eine knusprige Körner-Kruste.
Mit Oliven, getrockneten Tomaten oder Nüssen
Nach der Autolyse kannst du Oliven, getrocknete Tomaten, Walnüsse, Rosinen oder andere Einlagen in den Teig kneten. Etwa 100 bis 150 g Einlagen passen gut.
Mit Wildkräutern, Karotten oder Kürbis
Im Frühling kannst du gehackte Wildkräuter (z.B. Bärlauch oder Brennnessel) in den Teig kneten. Geriebene Karotten oder Kürbispüree geben Farbe und eine leichte Süße. Wenn du Gemüse hinzufügst, reduziere die Wassermenge leicht.
Mit Kraftmehl
Mische 1 bis 2 EL Kraftmehl (z.B. Brennnesselpulver oder Pulver vom Ackerschachtelhalm) unter das Mehl. Diese Pulver reichern das Brot mit Mineralstoffen und Nährstoffen an und lassen sich geschmacklich kaum herausschmecken – ein einfacher Weg, das Brot noch wertvoller zu machen.
Mit klassischen Brotgewürzen
Gib 1 bis 2 TL gemahlenen oder ganzen Kümmel in den Teig für ein traditionelles Bauernbrot. Koriander und Fenchel passen auch hervorragend.
Sauerteigbrot aufbewahren & haltbar machen
Dein Brot ist fertig, ausgekühlt und angeschnitten. Jetzt stellt sich die Frage: Wie bewahrst du es am besten auf?
Möchtest du mehr über Pflanzenkraft erfahren?
Entdecke die Welt des Pflanzenwissens und tauche ein in das vielfältige Pflanzenhandwerk. In meinen Kursen lernst du praxisnah, wie du die Kraft der Natur für dich nutzen kannst – sei es für Gesundheit, Wohlbefinden oder kreative Projekte.
Ob du erste Schritte machst oder dein Wissen vertiefen möchtest: In kleinen Gruppen findest du Raum für Fragen, persönliche Begleitung und Inspiration für deine eigenen Vorhaben. Wenn dich die Pflanzenwelt begeistert, halte am besten regelmäßig Ausschau nach neuen Kursen und Terminen – bestimmt ist bald etwas Passendes für dich dabei.
Ich freue mich darauf, mit dir gemeinsam die Kraft der Pflanzen zu entdecken!
Fazit: Sauerteigbrot selber machen lohnt sich
Wenn du bis hierher gelesen hast, hast du alles, was du brauchst, um dein erstes Sauerteigbrot zu backen. Das erste Sauerteigbrot wird vielleicht nicht perfekt aussehen, aber das ist völlig okay: Jedes Brot ist ein Lernprozess. Mit jedem Laib entwickelt sich ein besseres Gefühl für den Teig, die Gehzeiten und den Ofen.
Selbst gebackenes Sauerteigbrot schmeckt besser als die meisten Brote aus dem Supermarkt: der Duft, die Kruste, die Krume und das Wissen, es mit eigenen Händen gemacht zu haben. Sauerteigbrot backen ist mehr als ein Hobby, es ist Teil einer bewussten und selbstbestimmten Lebensweise.
Also: Ärmel hochkrempeln, Hände bemehlen und ran an den Teig. Dein eigenes Sauerteigbrot wartet schon darauf, von dir gebacken zu werden.
Viel Erfolg & gutes Gelingen!
Wichtiger Hinweis: Die Inhalte auf pflanzenhandwerk.at dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Wir sind keine Ärzte, Apotheker oder Heilpraktiker und stellen keine medizinischen Diagnosen oder Therapieempfehlungen. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultiere bitte immer einen Arzt oder Apotheker. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und das Gelingen von Rezepten und Anleitungen sowie für eventuelle Folgen der Anwendung übernehmen wir keine Haftung. Wir danken für dein Verständnis.























